Was kostet ein Steuerberater? Die Gebührenverordnung erklärt
25. Oktober 2026 · Redaktion

Steuerberater dürfen ihre Preise nicht frei festlegen. Für die meisten Leistungen gilt die Steuerberatervergütungsverordnung. Sie rechnet entweder nach dem Gegenstandswert, nach Zeit mit 16,50 bis 41 Euro je angefangener Viertelstunde oder nach einer schriftlich vereinbarten Pauschale. Eine Einkommensteuererklärung ohne Ermittlung der Einkünfte kostet 1/10 bis 6/10 einer vollen Gebühr nach Tabelle A. Bei 50.000 Euro positiven Einkünften sind das 130 bis 782 Euro netto.
Die Verordnung wirkt sperrig, hat aber einen Vorteil: Sie macht Angebote vergleichbar. Wer weiß, welcher Zehntelsatz üblich ist, kann über die Rechnung reden.
Drei Arten der Abrechnung
Wertgebühr. Grundlage ist ein Gegenstandswert, etwa die Summe der positiven Einkünfte. Dazu gehört eine Tabelle, aus der sich die volle Gebühr ergibt. Je nach Leistung darf der Berater einen Bruchteil davon ansetzen, den Rahmen gibt die Verordnung vor.
Zeitgebühr. Sie gilt, wo die Verordnung sie vorsieht oder wo ein Gegenstandswert nicht sinnvoll zu schätzen ist. Nach § 13 StBVV beträgt sie 16,50 bis 41 Euro je angefangene Viertelstunde, umgerechnet 66 bis 164 Euro je Stunde.
Pauschalvergütung. Für laufende Arbeiten wie Buchführung oder Lohnabrechnung ist eine Pauschale üblich. Sie muss schriftlich vereinbart werden, mindestens für ein Jahr, und darf nicht unangemessen niedrig oder hoch sein.
Die Tabelle A, an einem Beispiel
| Gegenstandswert bis | volle Gebühr (10/10) |
|---|---|
| 8.000 € | 514 € |
| 25.000 € | 854 € |
| 50.000 € | 1.304 € |
| 65.000 € | 1.399 € |
Für die Einkommensteuererklärung ohne Ermittlung der einzelnen Einkünfte sieht § 24 StBVV 1/10 bis 6/10 einer vollen Gebühr vor. Gegenstandswert ist die Summe der positiven Einkünfte, mindestens 8.000 Euro.
| Einkünfte | volle Gebühr | 1/10 | Mittelgebühr 3,5/10 | 6/10 |
|---|---|---|---|---|
| 8.000 € | 514 € | 51 € | 180 € | 308 € |
| 25.000 € | 854 € | 85 € | 299 € | 512 € |
| 50.000 € | 1.304 € | 130 € | 456 € | 782 € |
Kommen Anlagen für Vermietung, Kapitalerträge oder Gewerbe dazu, rechnet der Berater diese Ermittlungen gesondert ab, ebenso Buchführung und Jahresabschluss. Eine Erklärung mit mehreren Einkunftsarten liegt deshalb schnell beim Mehrfachen des Tabellenwerts.
Was Sie vorab klären sollten
- Welcher Zehntelsatz wird angesetzt und warum? Die Mittelgebühr ist der Normalfall, Abweichungen nach oben müssen begründet sein: Umfang, Schwierigkeit, Haftungsrisiko.
- Welche Leistungen sind enthalten, welche kosten extra? Einspruch, Betriebsprüfung und Beratungsgespräche werden gesondert berechnet.
- Pauschale oder Einzelabrechnung für laufende Arbeiten.
- Vorschüsse: Sie sind nach der Verordnung zulässig.
- Mitwirkung: Wer vorsortierte, digitale Belege liefert, senkt den Zeitaufwand spürbar.
Eine Vergütungsvereinbarung, die von der Verordnung abweicht, muss nach § 4 StBVV in Textform geschlossen, als solche bezeichnet und von anderen Vereinbarungen abgesetzt sein.
Wann sich der Steuerberater rechnet
Bei einer einfachen Arbeitnehmerveranlagung ohne Besonderheiten reicht oft ein Lohnsteuerhilfeverein, der nach Jahresbeitrag abrechnet und für Arbeitnehmer, Rentner und Beamte zuständig ist. Sobald Vermietung, Gewerbe, Selbstständigkeit, Auslandseinkünfte oder größere Kapitalerträge im Spiel sind, ist die Hilfe des Steuerberaters nicht nur erlaubt, sondern meist günstiger als die Fehler, die man ohne ihn macht.
Beachten Sie außerdem: Die Kosten für die Erstellung betrieblicher Erklärungen sind Betriebsausgaben, die für den privaten Teil nicht absetzbar. Lassen Sie die Rechnung entsprechend aufteilen.
Kanzleien in Ihrer Nähe stehen im Verzeichnis unter Steuerberater. Wer gerade gründet, findet die ersten Schritte in Gewerbe anmelden.
Häufige Fragen
Was kostet eine Einkommensteuererklärung beim Steuerberater?
Bei 50.000 Euro positiven Einkünften zwischen 130 und 782 Euro netto, je nach angesetztem Zehntelsatz; die Mittelgebühr liegt bei rund 456 Euro. Dazu kommen Auslagen, Umsatzsteuer und gesonderte Gebühren für die Ermittlung einzelner Einkünfte.
Was kostet eine Stunde beim Steuerberater?
Die Zeitgebühr beträgt 16,50 bis 41 Euro je angefangene Viertelstunde, also 66 bis 164 Euro je Stunde. Welcher Satz gilt, hängt von Schwierigkeit und Verantwortung ab.
Darf ein Steuerberater frei verhandeln?
Nur in Grenzen. Abweichungen von der Verordnung brauchen eine Vergütungsvereinbarung in Textform. Eine niedrigere Pauschale ist zulässig, darf aber nicht unangemessen niedrig sein.
Was ist günstiger: Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater?
Für reine Arbeitnehmerfälle meist der Verein, der nach Einkommen gestaffelte Jahresbeiträge nimmt. Sobald Einkünfte aus Gewerbe, Selbstständigkeit oder nennenswerter Vermietung dazukommen, darf der Verein nicht mehr beraten.
Kann ich die Kosten absetzen?
Den betrieblichen Teil als Betriebsausgaben, den Teil für Einkünfte aus Vermietung oder Kapitalvermögen als Werbungskosten. Die Kosten für den privaten Mantelbogen sind nicht abziehbar, deshalb ist eine getrennte Rechnung sinnvoll.
Muss ich einen Vorschuss zahlen?
Der Berater darf einen angemessenen Vorschuss verlangen. Üblich ist das bei größeren Aufträgen oder neuen Mandaten.
Quellen
Betriebe zu diesem Thema
Im Verzeichnis stehen 3.186 Einträge im Bereich Steuerberater mit Adresse und Kontakt, soweit hinterlegt.
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