Was kostet ein Umzugsunternehmen? Preise und Spartipps
17. Oktober 2026 · Redaktion

Ein Umzug innerhalb der Stadt kostet mit Firma meist 350 bis 1.500 Euro, je nach Wohnungsgröße und Leistungsumfang. Für eine Einzimmerwohnung sind rund 350 bis 450 Euro üblich, für 60 Quadratmeter 600 bis 700 Euro, für ein Haus ab 120 Quadratmetern 1.200 bis 1.500 Euro im Basispaket. Mit Verpackungsservice und Küchenmontage verdoppelt sich der Betrag schnell. Bei Fernumzügen kommen 0,25 bis 0,50 Euro je Kilometer dazu.
Die Preise wirken auf den ersten Blick willkürlich, folgen aber einer nachvollziehbaren Rechnung. Wer sie kennt, erkennt ein überhöhtes Angebot auf einen Blick und weiß, an welcher Stelle sich wirklich sparen lässt.
Wie Umzugsfirmen rechnen
Grundlage ist fast immer das Umzugsvolumen in Kubikmetern, das die Firma beim Besichtigungstermin oder per Videocall schätzt. Als Daumenregel fällt pro Quadratmeter Wohnfläche etwa ein halber Kubikmeter Umzugsgut an, bei vollgestellten Wohnungen mehr.
| Position | übliche Spanne |
|---|---|
| Umzugsgut je Kubikmeter | 15–30 € |
| Arbeitszeit je Mitarbeiter und Stunde | 30–50 € |
| Zusatzleistungen wie Möbelmontage, je Stunde | 20–35 € |
| Küchenmontage je laufendem Meter | 150–300 € |
| Fahrtkosten je Kilometer bei Fernumzügen | 0,25–0,50 € |
Zwei Abrechnungsarten sind üblich. Beim Festpreis nennt die Firma nach der Besichtigung eine Summe, die unabhängig von der tatsächlichen Dauer gilt. Beim Stundenpreis zahlen Sie nur die geleistete Arbeitszeit, tragen aber das Risiko, wenn es länger dauert. Für planbare Umzüge ist der Festpreis die ruhigere Wahl, für kleine Umzüge mit wenig Mobiliar oft die Abrechnung nach Stunden.
Was ein Umzug nach Wohnungsgröße kostet
| Wohnungsgröße | Basis-Transport | mit Möbelmontage | Komplettservice |
|---|---|---|---|
| 1 Zimmer, etwa 30 m² | 350–450 € | 500–600 € | 650–750 € |
| 2 Zimmer, etwa 60 m² | 600–700 € | 800–900 € | 1.000–1.200 € |
| 3 bis 4 Zimmer, 80–100 m² | 800–950 € | 1.000–1.200 € | 1.300–1.600 € |
| Haus ab 120 m² | 1.200–1.500 € | 1.600–1.900 € | 2.000–2.500 € |
Beim Basis-Transport laden die Möbelpacker ein, fahren und laden aus. Möbel ab- und wieder aufbauen gehört erst zum nächsten Paket. Der Komplettservice umfasst zusätzlich das Ein- und Auspacken samt Material und oft die Endreinigung der alten Wohnung.
Fernumzüge: die Entfernung schlägt durch
Innerhalb einer Stadt spielt die Strecke kaum eine Rolle, über Land sehr wohl. Für einen Umzug von Köln nach Berlin, rund 720 Kilometer, liegen die Preise je nach Wohnungsgröße etwa zwischen 1.500 und 2.750 Euro. Von Düsseldorf nach Köln, 27 Kilometer, sind es 450 bis 1.010 Euro.
Wer flexibel ist, spart deutlich: Beiladung heißt, dass Ihr Umzugsgut den freien Platz in einem ohnehin fahrenden Lkw nutzt. Der Termin ist dann nicht frei wählbar, der Preis liegt aber meist spürbar unter dem eines eigenen Transports.
Posten, die im Angebot gern fehlen
- Halteverbotszone vor beiden Adressen. Die Gebühr setzt die Stadt fest, das Aufstellen übernimmt die Umzugsfirma oder ein Dienstleister.
- Verpackungsmaterial: Kartons, Luftpolsterfolie, Kleiderboxen. Manche Firmen verleihen Kartons, andere verkaufen sie.
- Möbellift, wenn Treppenhaus oder Aufzug zu eng sind.
- Einlagerung, wenn zwischen Aus- und Einzug Tage liegen.
- Entsorgung von Sperrmüll und alten Möbeln.
- Klavier, Tresor, Aquarium: Schwerlasttransporte werden gesondert berechnet.
Lassen Sie sich diese Posten einzeln ausweisen. Ein Angebot, das nur eine Summe nennt, lässt sich mit keinem anderen vergleichen. Wie Sie Angebote gegeneinanderhalten, steht im Ratgeber Kostenvoranschlag prüfen.
Haftung: 620 Euro je Kubikmeter
Geht etwas zu Bruch, haftet die Umzugsfirma, aber begrenzt. Nach § 451e des Handelsgesetzbuchs ist die Haftung auf 620 Euro je Kubikmeter Laderaum beschränkt, der zur Erfüllung des Vertrages benötigt wird. Bei 40 Kubikmetern sind das 24.800 Euro für den gesamten Umzug, nicht je Gegenstand.
Für wertvolles Umzugsgut lohnt sich deshalb eine Transportversicherung mit höherer Deckung. Wichtig außerdem: Äußerlich erkennbare Schäden sollten Sie bei der Ablieferung anzeigen, alles andere unverzüglich danach. Fotografieren Sie beschädigte Stücke sofort und lassen Sie sich den Schaden auf dem Übergabeprotokoll bestätigen.
Was das Finanzamt übernimmt
Privater Umzug. Die Arbeitskosten der Umzugsfirma zählen als haushaltsnahe Dienstleistung. Sie können 20 Prozent davon von der Steuerschuld abziehen, bis zu 4.000 Euro im Jahr. Voraussetzung sind eine Rechnung und die Zahlung per Überweisung, keine Barzahlung.
Beruflich veranlasster Umzug. Wer wegen eines neuen Arbeitsplatzes oder eines deutlich kürzeren Arbeitswegs umzieht, setzt die Kosten als Werbungskosten ab, und zwar in voller Höhe. Für die vielen Kleinposten gibt es zusätzlich eine Pauschale nach dem Bundesumzugskostengesetz, die regelmäßig angepasst wird und derzeit bei 964 Euro für den Berechtigten liegt. Mehr dazu im Ratgeber Handwerkerleistungen von der Steuer absetzen.
So finden Sie eine seriöse Firma
- Besichtigung vor dem Angebot, mindestens per Videocall. Wer ohne Blick in die Wohnung einen Festpreis nennt, rät.
- Schriftliches Angebot mit Einzelposten, Datum und Namen des Unternehmens.
- Nachfragen, ob eigene Leute kommen oder Subunternehmer.
- Drei Angebote einholen, aber nicht allein nach dem Preis entscheiden.
- Vorsicht bei Vorkasse über größere Beträge.
Umzugsunternehmen in Ihrer Nähe finden Sie im Verzeichnis unter Umzugsunternehmen. Was sonst noch zu organisieren ist, steht im Ratgeber Umzug planen.
Häufige Fragen
Was kostet ein Umzug mit Firma für eine 60-Quadratmeter-Wohnung?
Innerhalb der Stadt meist 600 bis 700 Euro für den reinen Transport. Mit Möbelmontage sind es 800 bis 900 Euro, mit Einpackservice 1.000 bis 1.200 Euro. Bei Fernumzügen kommt die Strecke dazu.
Ist der Festpreis oder die Abrechnung nach Stunden besser?
Bei einem normalen Wohnungsumzug der Festpreis, weil er das Risiko von Verzögerungen auf die Firma verlagert. Nach Stunden lohnt sich bei kleinen Umzügen mit wenigen Möbeln und guter Zugänglichkeit.
Wie viel haftet das Umzugsunternehmen bei Schäden?
Nach § 451e HGB höchstens 620 Euro je Kubikmeter Laderaum, der für den Umzug benötigt wird. Für wertvolle Gegenstände ist eine zusätzliche Transportversicherung sinnvoll. Schäden sollten Sie sofort melden und dokumentieren.
Kann ich die Umzugskosten von der Steuer absetzen?
Bei einem privaten Umzug 20 Prozent der Arbeitskosten, höchstens 4.000 Euro im Jahr, gegen Rechnung und Überweisung. Bei einem beruflich veranlassten Umzug sind die Kosten Werbungskosten in voller Höhe, dazu kommt die Pauschale für sonstige Umzugsauslagen.
Wann sollte ich das Umzugsunternehmen buchen?
Vier bis sechs Wochen vorher, zum Monatsende und in den Sommermonaten eher früher. Kurzfristige Termine sind möglich, kosten aber Aufschlag.
Was ist eine Beiladung?
Ihr Umzugsgut fährt im freien Laderaum einer ohnehin geplanten Tour mit. Das ist günstiger als ein eigener Transport, der Termin liegt aber nicht in Ihrer Hand und die Lieferung erfolgt in einem Zeitfenster von mehreren Tagen.
Quellen
Betriebe zu diesem Thema
Im Verzeichnis stehen 434 Einträge im Bereich Umzugsunternehmen mit Adresse und Kontakt, soweit hinterlegt.
Kategorien: Für Auftraggeber
