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Google-Unternehmensprofil: was 2026 wirklich zählt

13. September 2026 · Redaktion

Hände halten ein Smartphone mit geöffneter Kartenanwendung

Das Google-Unternehmensprofil ist für lokale Betriebe der wichtigste einzelne Hebel im Netz – kostenlos, in etwa zwanzig Minuten eingerichtet. 2026 hat sich allerdings verschoben, wofür man es pflegt: Die Fragen-und-Antworten-Funktion ist abgeschaltet, stattdessen bauen KI-Antworten ihre Auskunft aus Ihren Profilangaben und Ihrer Website zusammen. Was dort nicht steht, existiert für diese Systeme nicht.

Was sich gerade geändert hat

Die öffentliche Fragen-und-Antworten-Sektion im Unternehmensprofil gibt es nicht mehr. Die zugehörige Schnittstelle wurde im November 2025 abgeschaltet, die Anzeige in den Profilen ab Dezember 2025 schrittweise entfernt; seit Anfang 2026 ist die Funktion verschwunden.

An ihre Stelle treten automatisch erzeugte Antworten – in der Suche über die KI-Übersichten, in Kartendiensten über vergleichbare Funktionen. Diese Systeme beantworten Kundenfragen nicht mehr mit dem, was jemand ins Profil geschrieben hat, sondern bauen die Antwort selbst zusammen, aus:

  • den Profilangaben – Kategorie, Adresse, Öffnungszeiten, Leistungen
  • den Bewertungen und ihren Texten
  • den Fotos
  • den Inhalten Ihrer Website

Die praktische Folge: Ein gepflegtes Profil und eine Website, auf der Leistungen und Einzugsgebiet als lesbarer Text stehen, sind wichtiger geworden – nicht unwichtiger. Wer seine Leistungen nur als hübsche Grafik auf der Startseite hat, liefert diesen Systemen nichts zum Zitieren.

Die wichtigste Entscheidung: die Hauptkategorie

Wenn Sie im ganzen Profil nur eine Sache sorgfältig machen, dann diese. Die Hauptkategorie entscheidet, bei welchen Suchanfragen Sie überhaupt in Frage kommen. Nebenkategorien lassen sich ergänzen, aber sie wiegen weniger.

Zwei Regeln dazu:

  • So spezifisch wie möglich, aber ehrlich. „Dachdecker“ statt „Bauunternehmen“, wenn Sie Dächer machen. Eine zu allgemeine Kategorie kostet Sichtbarkeit bei genau den Suchen, die Aufträge bringen.
  • Schauen Sie, was die Konkurrenz gewählt hat, die bei Ihrer Wunschsuche oben steht. Die Kategorie ist im Profil sichtbar.

Die Felder, die sich lohnen

FeldWarum es zählt
Hauptkategorieentscheidet über die Sichtbarkeit bei Leistungssuchen
Leistungeneinzeln eintragen, nicht in einen Satz packen – sie werden einzeln ausgespielt
Einzugsgebietbei mobilen Betrieben wichtiger als die Adresse
Öffnungszeiten inklusive Feiertagenfalsche Zeiten sind der häufigste Anlass für schlechte Bewertungen
Telefonnummerdie Angabe, wegen der die meisten überhaupt suchen
Fotos vom Betrieb und von ArbeitenProfile mit echten Fotos werden deutlich häufiger angeklickt als solche mit Logo
Beschreibungder Ort, an dem Leistungen und Gebiet als Text stehen

Zu den Fotos ein praktischer Hinweis: Bilder von fertigen Arbeiten wirken besser als Stockfotos und besser als das Firmenlogo. Ein Dach, eine Treppe, eine fertige Wand – das ist das, was ein Suchender sehen will. Und es sind Bilder, die Sie ohnehin schon auf dem Telefon haben.

Was nichts bringt oder schadet

  • Keywords in den Firmennamen schreiben. „Müller GmbH – Dachdecker Köln Notdienst günstig“ verstößt gegen die Richtlinien. Es kann funktionieren, bis jemand es meldet – und dann steht die Sperrung des Profils im Raum. Der Name ist der Name.
  • Gekaufte Bewertungen. Sie fallen auf, sie werden entfernt, und sie kosten mehr Vertrauen als sie bringen.
  • Ein Profil anlegen und nie wieder anfassen. Ein Profil ohne Aktivität und ohne aktuelle Fotos wirkt wie ein geschlossener Laden.

Vorsicht bei Anrufen zum Thema

Das Google-Unternehmensprofil ist kostenlos – uneingeschränkt und dauerhaft. Wer anruft und eine Aktivierungs-, Verifizierungs- oder Verwaltungsgebühr verlangt, gehört nicht zu Google. Diese Anrufe sind verbreitet und arbeiten mit Zeitdruck („Ihr Eintrag läuft ab“). Legen Sie auf.

Dasselbe gilt für Post, die wie eine Rechnung aussieht und in Wahrheit ein Angebot für einen Verzeichniseintrag ist. Das ist ein altes Geschäftsmodell, das erstaunlich gut funktioniert, weil die Beträge klein genug sind, um unkontrolliert durchzugehen.

Und danach?

Das Profil ist der erste Schritt, nicht der einzige. Ihre Angaben stehen an vier Stellen im Netz, und sie müssen zusammenpassen – dazu steht mehr im Beitrag Eingetragen ist nicht gefunden. Wenn das Profil steht, ist der nächste sinnvolle Schritt der Eintrag in offene Geodaten und in Verzeichnisse; bei uns geht das kostenlos.

Häufige Fragen

Ich arbeite von zu Hause. Muss meine Privatadresse ins Profil?

Nein. Für Betriebe, die zum Kunden fahren, lässt sich die Adresse verbergen und stattdessen ein Einzugsgebiet angeben. Genau dafür ist die Funktion gedacht – sie richtet sich an Handwerker, Pflegedienste, mobile Friseure und alle, die keinen Publikumsverkehr haben.

Wie lange dauert die Verifizierung?

Das schwankt: per Postkarte einige Tage bis zwei Wochen, per Video oder Telefon oft schneller. Bis zur Bestätigung ist das Profil angelegt, aber nicht öffentlich. Wer nach mehreren Wochen nichts hört, sollte den Vorgang neu starten, statt weiter zu warten.

Warum sind die Fragen und Antworten verschwunden?

Google hat die Funktion Ende 2025 abgekündigt und Anfang 2026 entfernt. Die Auskunft übernehmen jetzt KI-gestützte Antworten, die sich ihre Informationen aus Profil, Bewertungen, Fotos und Website ziehen. Wer häufige Kundenfragen beantwortet haben will, schreibt sie am besten als FAQ-Abschnitt auf die eigene Website.

Lohnt sich das auch ohne Website?

Ja, und für Betriebe ohne Website ist es sogar besonders wichtig – dann ist das Profil die einzige Stelle, an der Ihre Angaben vollständig und aktuell stehen. Umgekehrt ersetzt es keine Website, wenn Sie Leistungen ausführlich darstellen wollen.

Wie oft sollte ich etwas posten?

Lieber selten und echt als regelmäßig und beliebig. Ein Foto einer abgeschlossenen Arbeit alle paar Wochen, ein Hinweis auf Betriebsferien, eine neue Leistung – das reicht. Wer nichts zu sagen hat, muss nichts sagen; ein leeres Profil mit korrekten Daten schlägt ein volles mit falschen Öffnungszeiten.

Quellen

Kategorien: Für Betriebe

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