Was kostet ein Elektriker? Preise und Pflichten 2026
13. September 2026 · Redaktion

Ein Elektriker berechnet 2026 etwa 50 bis 90 Euro netto pro Stunde. Eine zusätzliche Steckdose kostet 45 bis 180 Euro je nach Verlegeart, ein neuer Sicherungskasten 1.200 bis 3.500 Euro, eine Wallbox mit Installation 1.100 bis 2.800 Euro. Anders als bei anderen Gewerken gilt hier: An der festen Hausinstallation darf nicht jeder arbeiten – auch Sie selbst nicht.
Warum beim Elektriker nicht nur der Preis zählt
Bei Maler- oder Schreinerarbeiten ist Selbermachen eine Frage von Zeit und Geschick. Bei der Elektroinstallation ist es eine Frage des Rechts. Arbeiten an der festen Hausinstallation – also alles hinter der Steckdose – dürfen nach der Niederspannungsanschlussverordnung (§§ 13, 19 NAV) nur Betriebe ausführen, die im Installateurverzeichnis des örtlichen Netzbetreibers eingetragen sind.
Das ist keine Formalie. Wer selbst eine Leitung zieht oder einen nicht eingetragenen Betrieb beauftragt, riskiert im Schadensfall den Versicherungsschutz – und zwar nicht nur für den Schaden an der Anlage, sondern für den Brandschaden am ganzen Haus. Die Eintragung lässt sich beim Netzbetreiber erfragen; seriöse Betriebe nennen sie von sich aus.
Erlaubt bleibt, was sich stecken lässt: Lampen anschließen an eine vorhandene Fassung, Steckdosenleisten, Geräte. Alles, wofür die Wand aufgeht, gehört in Fachhände.
Was einzelne Arbeiten kosten
| Arbeit | Preis |
|---|---|
| Steckdose tauschen (Leitung vorhanden) | 40 – 80 € |
| Steckdose neu, Aufputz | 65 – 120 € |
| Steckdose neu, Unterputz | 85 – 180 € |
| Schalter oder Taster tauschen | 35 – 70 € |
| Dimmer einbauen | 75 – 140 € |
| Bewegungsmelder | 120 – 220 € |
| FI-Schutzschalter nachrüsten | 180 – 320 € je Stück |
| Kernbohrung | 40 – 120 € je Stück |
Der Preisunterschied zwischen 45 und 180 Euro für „eine Steckdose“ erklärt sich vollständig über die Leitung. Sitzt schon eine in der Wand, ist es eine Viertelstunde Arbeit. Muss neu verlegt werden, kommt es auf den Baustoff an:
| Leitung verlegen | Preis je laufendem Meter |
|---|---|
| Aufputz | 8 – 16 € |
| Unterputz in Gipskarton | 12 – 22 € |
| Unterputz in Ziegel | 18 – 32 € |
| Unterputz in Beton | 25 – 45 € |
Beton ist der Grund, warum eine Steckdose im Altbau plötzlich dreistellig wird. Wer bei der Ortsbesichtigung fragt, welcher Baustoff hinter dem Putz steckt, weiß vorher, worauf es hinausläuft.
Der Sicherungskasten ist der große Posten
Ein neuer Verteiler kostet 1.200 bis 2.200 Euro in Standardausführung, bei vielen Stromkreisen 1.800 bis 3.500 Euro. Ein kompletter Zählerschrank im Neubau liegt bei 2.500 bis 4.500 Euro.
Diese Summe kommt selten allein: Wer einen alten Kasten ohne FI-Schutzschalter erneuern lässt, bekommt meist die Auflage, gleich weitere Kreise nachzurüsten – und genau da wird aus einer geplanten Reparatur eine Teilsanierung. Deshalb gehört in jedes Angebot für einen Verteilertausch die Frage, was passiert, wenn beim Öffnen zusätzliche Mängel sichtbar werden.
Wallbox: Preis ist die eine Hälfte, Anmeldung die andere
Die Installation einer 11-kW-Wallbox kostet 1.100 bis 1.800 Euro, mit 22 kW und Lastmanagement 1.600 bis 2.800 Euro – jeweils ohne das Gerät selbst. Der Preis hängt fast ausschließlich an der Entfernung zum Zählerschrank und daran, ob die Leitung durch Erdreich, Wand oder Decke muss.
Wichtiger als der Preis sind die Pflichten. Nach Auskunft der Bundesnetzagentur gilt:
- Anmeldung vor Inbetriebnahme beim Netzbetreiber ist immer vorgeschrieben (§ 19 Abs. 2 NAV) – auch bei kleinen Ladeleistungen.
- Bis 12 kVA (also rund 11 kW) genügt die Anmeldung.
- Über 12 kVA braucht es eine Genehmigung. Der Netzbetreiber muss sich innerhalb von zwei Monaten äußern.
- Wallboxen über 4,2 kW, die seit dem 1. Januar 2024 in Betrieb gegangen sind, gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG – dafür wird eine Vereinbarung zur netzorientierten Steuerung geschlossen, im Gegenzug gibt es reduzierte Netzentgelte.
- Errichtung und Änderung dürfen nur durch einen im Installateurverzeichnis eingetragenen Betrieb erfolgen.
In der Praxis übernimmt der beauftragte Betrieb die Anmeldung mit. Fragen Sie das ausdrücklich ab – es steht nicht in jedem Angebot, und nachträglich anmelden ist mühsamer, als es vorher zu klären.
Neubau und Sanierung: gerechnet wird nach Wohnfläche
| Ausstattung | Neubau je m² Wohnfläche |
|---|---|
| Mindeststandard | 60 – 100 € |
| Standard | 80 – 130 € |
| Komfort | 110 – 180 € |
| Smart Home | 180 – 300 € |
Bei der Altbausanierung liegt eine Teilsanierung bei 50 bis 80 Euro je Quadratmeter, eine Komplettsanierung bei 80 bis 140 Euro. Für eine 100-Quadratmeter-Wohnung sind das grob 9.000 bis 15.500 Euro – der Löwenanteil davon ist Stemmen, Verlegen und Verputzen, nicht Material.
Stundensätze
Üblich sind 48 bis 68 Euro netto für den Gesellen und 62 bis 90 Euro für den Meister, für Spezialisten im Bereich KNX und Smart Home auch 75 bis 120 Euro. Im Preisatlas Handwerk, der mehrere hundert Betriebe nach ihren tatsächlichen Sätzen befragt, lag die Elektrotechnik zuletzt bei 64 Euro im Mittel aus Meister- und Gesellenstunde – und damit im oberen Drittel aller Gewerke.
Achten Sie beim Vergleich auf netto und brutto: 64 Euro netto sind 76 Euro brutto. Die meisten scheinbaren Preisunterschiede zwischen zwei Angeboten sind in Wahrheit 19 Prozent Umsatzsteuer.
Woran ein gutes Angebot zu erkennen ist
- Der Betrieb nennt seine Eintragung im Installateurverzeichnis – oder bestätigt sie auf Nachfrage ohne Zögern.
- Die Verlegeart steht drin, nicht nur die Anzahl der Steckdosen. Auf- oder Unterputz, und in welchem Baustoff.
- Stemmarbeiten und Verputzen sind geregelt. Viele Elektrobetriebe schließen die Schlitze nicht wieder – dann brauchen Sie noch einen Maler oder Trockenbauer, und das gehört vorher auf den Tisch.
- Bei Verteilertausch: eine Aussage zu Folgemängeln. Was kostet es, wenn beim Öffnen mehr zu tun ist als geplant?
- Bei der Wallbox: wer meldet an, und ist die Anmeldung im Preis enthalten?
- Ein Übergabeprotokoll oder Prüfbericht ist bei Elektroarbeiten üblich und sollte selbstverständlich sein.
Steuerbonus
20 Prozent der Lohn-, Fahrt- und Maschinenkosten lassen sich direkt von der Steuerschuld abziehen, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Material zählt nicht, die Rechnung muss beides getrennt ausweisen, und bezahlt werden muss per Überweisung. Ausführlich steht das im Beitrag Was kostet ein Schreiner?.
Bei größeren Elektroarbeiten ist der Höchstbetrag schnell ausgereizt. Wenn ohnehin mehrere Maßnahmen anstehen, lohnt es sich, sie auf zwei Kalenderjahre zu verteilen – dann gibt es den Bonus zweimal.
Wo die Elektriker sitzen
In unserem Verzeichnis stehen derzeit 2.506 Elektrobetriebe in 891 Städten und Gemeinden. Damit ist es das am dichtesten besetzte der drei bisher ausgewerteten Gewerke – mehr als Schreiner (2.422) und deutlich mehr als Maler (1.940). Das passt zum Alltag: Elektroarbeiten fallen in jedem Gebäude an, vom Neubau bis zur einzelnen Steckdose, und Wärmepumpen, Photovoltaik und Wallboxen haben in den vergangenen Jahren noch einmal Nachfrage dazugelegt.
Einschränkung in eigener Sache: Diese Zahlen geben den Stand unseres Verzeichnisses wieder, nicht die amtliche Betriebsstatistik. Die Datengrundlage stammt aus OpenStreetMap und ist regional unterschiedlich vollständig.
Häufige Fragen
Darf ich eine Steckdose selbst anschließen?
Rechtlich nein. Arbeiten an der festen Hausinstallation sind nach der Niederspannungsanschlussverordnung eingetragenen Elektrofachbetrieben vorbehalten. Erlaubt ist alles Steckbare. Wer trotzdem selbst schraubt, riskiert bei einem Brand den Versicherungsschutz – und zwar für das ganze Gebäude, nicht nur für die Steckdose.
Was kostet der Notdienst?
Deutlich mehr als der normale Satz: Zuschläge von 50 bis 100 Prozent sind abends, nachts und an Feiertagen üblich, dazu eine Anfahrtspauschale. Lassen Sie sich den Zuschlag am Telefon nennen, bevor jemand losfährt – seriöse Betriebe sagen ihn von sich aus.
Brauche ich einen E-Check?
Für private Wohngebäude ist er nicht vorgeschrieben, wird von Versicherern aber gern gesehen und bei älteren Anlagen empfohlen. Pflicht wird die Prüfung, sobald Sie vermieten: Als Eigentümer haften Sie für den sicheren Zustand der Anlage.
Muss ich meine Wallbox anmelden?
Ja, ausnahmslos und vor der Inbetriebnahme. Bis 12 kVA reicht die Anmeldung beim Netzbetreiber, darüber ist eine Genehmigung nötig, für die der Netzbetreiber zwei Monate Zeit hat. Üblicherweise übernimmt der installierende Betrieb das – fragen Sie nach, ob es im Preis enthalten ist.
Warum kostet eine Steckdose im Altbau dreimal so viel?
Weil nicht die Steckdose bezahlt wird, sondern der Weg dorthin. In Gipskarton kostet ein Meter Leitung 12 bis 22 Euro, in Beton 25 bis 45 Euro – plus Stemmen, Staub und Verputzen. Bei mehreren neuen Anschlüssen lohnt es sich fast immer, sie in einem Zug legen zu lassen.
Quellen
- Bundesnetzagentur, Fragen und Antworten zur Wallbox
- Angebots-Meister, Elektroarbeiten Preise 2026
- Clean Invoice, Kosten der Elektroinstallation
- Preisatlas Handwerk, Stundensätze nach Gewerken
- § 35a Einkommensteuergesetz
- Eigene Auswertung des Verzeichnisses, Stand September 2026: Elektriker in Deutschland
Betriebe zu diesem Thema
Im Verzeichnis stehen 2.506 Einträge im Bereich Elektriker mit Adresse und Kontakt, soweit hinterlegt.
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