Was kostet ein Installateur? Sanitär und Heizung 2026
22. September 2026 · Redaktion

Ein Installateur für Sanitär und Heizung kostet 2026 meist 50 bis 65 Euro pro Stunde für einen Gesellen und 65 bis 85 Euro für einen Meister, jeweils mit Mehrwertsteuer. Dazu kommt eine Anfahrtspauschale von 20 bis 50 Euro. Kleine Reparaturen wie ein neuer Wasserhahn liegen damit bei 60 bis 100 Euro, eine Heizungswartung bei 130 bis 215 Euro. Im Notdienst nachts und am Wochenende wird es 50 bis 100 Prozent teurer.
Sanitär, Heizung und Klima sind ein Handwerk mit Meisterpflicht. Die Preise schwanken je nach Region und Auslastung, die Grundlogik ist aber überall gleich: Arbeitszeit, Anfahrt, Material. Wer diese drei Posten kennt, kann ein Angebot einordnen.
Stundensätze und Pauschalen
| Posten | übliche Spanne (brutto) |
|---|---|
| Stundensatz Geselle | 50–65 € |
| Stundensatz Meister | 65–85 € |
| Anfahrtspauschale | 20–50 € |
| Mindestpauschale für Kleinaufträge | 50–80 € |
Die Anfahrtspauschale deckt Fahrzeit und Fahrzeug ab. Viele Betriebe rechnen außerdem in angefangenen Viertel- oder halben Stunden ab. Was hinter einem Stundenverrechnungssatz steckt, erklärt unser Glossar.
Was typische Arbeiten kosten
| Arbeit | Kosten inkl. Material, ca. |
|---|---|
| Wasserhahn tauschen | 60–100 € |
| Spülkasten reparieren oder tauschen | 80–150 € |
| WC tauschen, einfaches Modell | 150–300 € |
| WC tauschen, Wand-WC mit Vorwandelement | 350–800 € |
| Verstopfung beseitigen | 80–250 € |
| Rohrbruch reparieren | 200–600 € |
| Therme reparieren, einfacher Fehler | 100–200 € |
Bei Rohrbruch und Verstopfung hängt der Preis stark davon ab, wie gut die Stelle zugänglich ist. Muss eine Wand geöffnet oder ein Rohr per Kamera gesucht werden, steigen die Kosten schnell.
Rohrreinigung
Eine einfache Verstopfung im Waschbecken oder in der Dusche beseitigt ein Fachbetrieb meist für 50 bis 150 Euro. Bei hartnäckigen Verstopfungen im Fallrohr oder in der Grundleitung sind 150 bis 500 Euro üblich. Eine Kamerainspektion wird oft nach Zeit abgerechnet, mit 100 bis 300 Euro pro Stunde.
Vorsicht bei Rohrreinigungsdiensten, die nur mit einer Handynummer und bundesweiter Erreichbarkeit werben. Hier kommt es immer wieder zu überhöhten Rechnungen, die an der Haustür bar bezahlt werden sollen. Im Notdienst kostet ein seriöser Einsatz 150 bis 600 Euro. Liegt die Rechnung deutlich darüber, zahlen Sie nicht sofort. Mehr dazu im Ratgeber Abzocke vermeiden.
Heizungswartung
Die Wartung einer Heizung im Einfamilienhaus kostet je nach Anlage:
| Heizungsart | Wartung, ca. |
|---|---|
| Gasheizung | 130 € |
| Wärmepumpe | 140 € |
| Ölheizung | 160 € |
| Pelletheizung | 215 € |
| Messprotokoll zusätzlich | 30–40 € |
Eine allgemeine gesetzliche Pflicht zur jährlichen Wartung gibt es für die Heizung im selbst genutzten Haus nicht. Hersteller machen sie aber oft zur Bedingung für die Garantie, und eine gewartete Anlage verbraucht weniger. Getrennt davon sind die Messungen durch den Schornsteinfeger, die für Feuerstätten vorgeschrieben sind.
Viele Betriebe bieten Wartungsverträge an. Das lohnt sich vor allem, weil Vertragskunden im Störungsfall oft schneller einen Termin bekommen.
Notdienst: Zuschläge nachts und am Wochenende
| Zeitraum | üblicher Zuschlag |
|---|---|
| abends | 25–50 % |
| nachts, Wochenende, Feiertag | 50–100 % |
Dazu kommt oft eine eigene Notdienstpauschale. Fragen Sie am Telefon, was Anfahrt, Stundensatz und Zuschlag kosten, bevor jemand losfährt. Ein tropfender Wasserhahn kann bis Montag warten. Ein Rohrbruch nicht: Drehen Sie zuerst den Hauptwasserhahn zu, dann lässt sich die Zeit bis zum Handwerker ohne weiteren Schaden überbrücken.
Neues Bad
Eine Komplettsanierung ist der größte Posten im Sanitärbereich. Für ein Bad mit 4 bis 6 Quadratmetern liegen die Kosten meist zwischen 6.000 und 25.000 Euro, für 6 bis 10 Quadratmeter zwischen 10.000 und 40.000 Euro. Die Spanne entsteht vor allem durch Fliesen, Armaturen und die Frage, ob Leitungen verlegt werden müssen. Ein barrierefreies Bad mit bodengleicher Dusche kostet mehr, kann aber gefördert werden.
Bei Projekten dieser Größe lohnt es sich, mehrere Angebote einzuholen. Wie Sie sie vergleichen, steht im Ratgeber Kostenvoranschlag prüfen.
Heizungstausch: Was sich 2026 geändert hat
Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz. Es ersetzt das bisherige Gebäudeenergiegesetz und hat die umstrittene Regel abgeschafft, nach der jede neue Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien laufen musste. Auch das Betriebsverbot für mehr als 30 Jahre alte Kessel ist gestrichen.
Neue Gas- und Ölheizungen sind damit wieder erlaubt, müssen aber schrittweise mit einem wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe betrieben werden. Laut ADAC beginnt diese sogenannte Bio-Treppe 2029 mit 10 Prozent und steigt bis 2045 auf 100 Prozent. Wer heute eine Gasheizung einbaut, sollte deshalb die künftigen Brennstoffkosten mitrechnen.
Die Förderung für den Heizungstausch läuft weiter über die Bundesförderung für effiziente Gebäude. Je nach Heizung und Boni sind Zuschüsse von 30 bis 80 Prozent möglich. Den Antrag stellen Sie in der Regel vor der Beauftragung.
Steuern sparen
Wer keine Förderung nutzt, kann 20 Prozent der Arbeitskosten nach § 35a Einkommensteuergesetz von der Steuer abziehen, bis zu 1.200 Euro im Jahr. Voraussetzung sind eine Rechnung und eine Überweisung. Wie das funktioniert, erklärt der Ratgeber Handwerkerleistungen von der Steuer absetzen.
Betriebe in Ihrer Nähe finden Sie im Verzeichnis unter Sanitär und Heizung.
Häufige Fragen
Was kostet ein Installateur pro Stunde?
Ein Geselle kostet meist 50 bis 65 Euro, ein Meister 65 bis 85 Euro pro Stunde, jeweils mit Mehrwertsteuer. Anfahrt und Material kommen dazu.
Was kostet es, einen Wasserhahn tauschen zu lassen?
Rund 60 bis 100 Euro für die Arbeit samt Anfahrt. Die neue Armatur kommt dazu, wenn Sie sie nicht selbst besorgen.
Wie teuer ist ein Installateur am Wochenende?
Nachts, am Wochenende und an Feiertagen sind Zuschläge von 50 bis 100 Prozent auf den Stundensatz üblich, oft zusätzlich eine Notdienstpauschale. Ein einfacher Einsatz kostet dann schnell 150 bis 300 Euro.
Muss ich meine Heizung jedes Jahr warten lassen?
Gesetzlich nicht, wenn Sie die Heizung im eigenen Haus betreiben. Viele Hersteller verlangen die jährliche Wartung aber für die Garantie. Die Messungen des Schornsteinfegers sind davon unabhängig vorgeschrieben.
Darf ich noch eine Gasheizung einbauen?
Ja. Seit Ende Juli 2026 gilt die 65-Prozent-Regel nicht mehr. Neue Gas- und Ölheizungen müssen aber ab 2029 mit einem steigenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe betrieben werden.
Kann ich die Rechnung des Installateurs von der Steuer absetzen?
Ja, 20 Prozent der Arbeitskosten bis zu 1.200 Euro im Jahr, wenn Sie per Überweisung zahlen und keine andere Förderung für dieselbe Maßnahme nutzen.
Quellen
Betriebe zu diesem Thema
Im Verzeichnis stehen 4.312 Einträge im Bereich Sanitär, Heizung und Klima mit Adresse und Kontakt, soweit hinterlegt.
Kategorien: Für Auftraggeber
